Appelhülsener Börsenclub feiert 25-jähriges Bestehen

Börsen-Tipps zum Jubiläum

Text + Foto: Westfälische Nachrichten | Maxi Krähling
 

Appelhülsen - Ein stolzes Jubiläum: Seit 25 Jahren gibt es den Börsen-Club Appelhülsen.

 

Nebenwerte, Indexentwicklung und Prognosen – Begriffe, die allein so manchen vom Spekulieren an der Börse abschrecken. Den Appelhülsener Börsenclub nicht. Zum 25-jährigen Bestehen hatte der Börsenclub der Volksbank Nottuln am Mittwochabend in den Schulze Frenkings Hof eingeladen. Neben einem Festmahl gab es einen Vortrag von Michael Gierse, Aktienfondsmanager bei Union Investment.

„An der Börse müssen Sie immer Annahmen treffen und die meisten treten nie ein“, verdeutlichte Gierse die Schwierigkeiten im Aktiengeschäft. In seinem Vortrag „Zinsen am Boden – Aktien im Höhenrausch“ erklärte er, mit welchen Hilfsmitteln auch Nicht-Börsen-Profis vielversprechende Anlagen von Fehlinvestitionen unterscheiden können.

„Ein Sprichwort sagt: ‚Der Fisch stinkt immer vom Kopf’. Deshalb schaue ich mir zuerst immer das Management eines Unternehmens an“, erklärte Gierse. Von Großunternehmen, die mehr als acht Managementebenen hätten, würde er generell die Finger lassen. Bei kleineren und mittleren Unternehmen legt er diese Grenze bereits bei vier Ebenen an. Denn zu komplexe Unternehmensgebilde könnten häufig die Nachhaltigkeit eines Geschäftsmodells sowie das interne Wachstum und schlussendlich die Bilanzierung hemmen. „Viele Börsianer schauen zuerst auf die Bewertung eines Unternehmens. Ich mache das zum Schluss. Denn wenn alle zuerst genannten Punkte positiv ausfallen, werden diese Unternehmen in der Regel auch gut bewertet“, verriet Gierse.

Er selbst unterhält einen Nebenwertefonds mit insgesamt 80 Werten, darunter Unternehmen wie TUI, Geox, Europcar oder Peugeot.

Nebenwerte seien in diesem Jahr besonders interessant. Würden sogar besser laufen als die ganz großen Unternehmen an der Börse. „Vor allem die Reise-Branche boomt zurzeit. Das liegt am starken britischen Pfund, so dass viele Engländer in diesem Jahr nach Europa reisen“, erläuterte der Aktienfondsmanager.

Überhaupt sei die Zeit des Niedrigzins-Umfeldes äußert geeignet, um an der Börse Fuß zu fassen. „Allerdings beträgt die Aktienquote in Deutschland nur 13 Prozent. Viele Anleger sind nach 2001 sehr enttäuscht worden, so dass Aktien als Giftpapiere angesehen werden. Obwohl es auf lange Sicht ein rentables Geschäft ist“, betonte Gierse.

Vorausgesetzt man setzt auf’s richtige Pferd. Sicherlich sei der Finanzmarkt ein schnelllebiges und von schwierigen Prognosen begleitetes Terrain, aber wer sich wie die Mitglieder des Appelhülsener Börsenclubs regelmäßig mit anderen austauschen könne, sei auf der richtigen Seite. „Schlagen Sie immer dann zu, wenn über ein gutes Unternehmen auch mal schlecht berichtet wird“, gab Gierse den Mitgliedern des Börsenclubs noch mit auf den Weg.

So hatten die Börsenclub-Mitglieder und ihre Gäste noch viel Gesprächsstoff für den weiteren Abend.